Objekt: D.P. Index Card

Bei vorliegendem Objekt handelt es sich um eine D.P. Index Card. Sie gehörte der Holocaust-Überlebenden Anna Krems und ist jetzt Teil unseres Sammlungsvorhabens „Das vergessene Gedächtnis“.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges befanden sich mehrere Millionen Menschen unfreiwillig außerhalb ihres Heimatlandes. Die (West-)Alliierten bezeichneten jene Menschen als Displaced Persons (DP). Unter ihnen waren Menschen aus Konzentrationslagern, Flüchtlinge, Überlebende.

Die Karte, die von den Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg ausgegeben wurde, ist auf Englisch beschriftet. Auf der Rückseite, die beschädigt ist und durch einen Klebestreifen zusammengefügt wurde, befindet sich der Hinweis an die Karteninhaber: "Keep this card at all times to assist your safe return home."

Mit der D.P. Index Card, für die man sich registrieren musste, konnte man sich ausweisen und erhielt Hilfsleistungen und rudimentäre Unterstützung.

Anna Krems, von der unser Exemplar stammt, wurde 1925 geboren. Ihre Familie war katholischen Glaubens und lebte zuletzt in Salzburg. Anna war Köchin. Im Jahr 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert, von dort im April 1944 in das Frauen-KZ Ravensbrück und schließlich nach Buchenwald. Nach ihrer Befreiung lebte sie zunächst in einem Lager für Displaced Persons, das die Alliierten eingerichtet hatte.

Die unscheinbare, beschädigte, geflickte Karte steht für den -- bescheidenen und sicher auch mühsamen -- Start in ein neues, zweites Leben nach dem Überleben.

Titel

D.P. Index Card

Objekttyp

Schriftstück

Inventarnummer

292

Material

Papier

Maße

7,5 cm x 5 cm

Datierung

D.P. Index Card

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