Objekt: Protestplakat Köln 1985
Im März 1985 demonstrierten über 50 Sinti und Roma in Köln gegen die Vergabepraxis der "Härtefallregelung" des Bundes. Die Demonstranten verwiesen auf die 1982 erfolgte Anerkennung des NS-Völkermordes "aus rassischen Gründen" und legten Kränze für die verfolgten Opfer des Nationalsozialismus nieder.
In der Folgezeit erreichte der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma durch weitere öffentlichkeitswirksame Aktionen eine grundlegende Änderung der diskriminierenden Restitutionspraxis. Ende der 1980er-Jahre dokumentierte er über 500 Einzelfälle von Minderheitsangehörigen, die bis dahin noch keine angemessene Entschädigung für ihre Verfolgung im Nationalozialismus erhalten hatten. In mehreren tausend Verfahren konnten Neuentscheidungen der zuständigen Behörden zugunsten der Betroffenen durchgesetzt werden. Anfang der 2000er-Jahre erreichte der Zentralrat, dass auch Sinti und Roma, die Zwangsarbeit hatten leisten müssen, aus dem Fonds der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) und dem Schweizer Banken Fonds entschädigt wurden.
Protestplakat Köln 1985
Gegenstand
300
Pappe, Farbe
68,5 cm x 48 cm
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